Katharina

Motivation: Was dich im Leben wirklich antreibt

Ratgeber zum Thema Motivation überfluten den Markt, besonders beliebt: Karriere, Diät und Fitness. Fast scheint es so, als gäbe es keine anderen Lebensbereiche, in denen wir unsere Hintern hochkriegen wollen. Die Realität sieht natürlich anders aus. Aber was ist Motivation eigentlich?

Motivation ist die Summe Deiner bewussten oder unbewussten Beweggründe für alles, was Du anstrebst oder vermeidest. Allerdings ist die Motivation lediglich die Handlungsbereitschaft, nicht jedoch die Handlung an sich. Du kannst also durchaus motiviert sein, etwas zu tun oder zu unterlassen, ohne eine Handlung umzusetzen.

Intrisisch vs. extrinsisch – Motivation ist nicht gleich Motivation

Was bedeutet das? Ist es nicht egal, warum Du etwas willst? Bei genauem Hinsehen nicht so ganz. Es gibt viele Dinge, die Dich antreiben können, zum Beispiel die Verwirklichung deiner Ziele und Visionen oder der Spaß an einer Handlung an sich. Man spricht in diesem Fall von intrinsischer Motivation. Vielleicht hältst Du Dich eher für unmotiviert und hast jetzt schon das erste Mal gestöhnt, weil das in der Theorie irgendwie ziemlich anstrengend klingt. Nun, es braucht auch Motivation, um 13 Folgen einer Deiner Lieblingsserie auf Netflix am Stück zu schauen – just sayin‘. In diesem Fall hast du wahrscheinlich einfach Spaß am Binge Watching.

 

Dich können aber auch ganz andere Dinge motivieren – beispielsweise Ruhm, Geld, Anerkennung oder vielleicht eine äußere Erwartungshaltung. Daran ist nichts verwerflich, Du handelst also, weil Du Dir einen Vorteil erhoffst oder Du einen Nachteil vermeiden willst. Das geschieht zum einen durch materielle Anreize, aber auch durch Deine Umwelt, von der Du Dir Anerkennung erhoffst.

 

Die extrinsische Motivation hat allerdings einen bedeutenden Haken: Sie ist nicht beständig.

Stell Dir vor, du arbeitest als Maler*in. Du liebst Deinen Job. Dir gefällt der Gedanke, dass sich deine Kund*innen in ihrem Zuhause dank Deiner Arbeit ein bisschen wohler fühlen – diese Idee treibt dich täglich an. Du magst ganz besonders das Renovieren von Altbauten, deshalb wirst Du dafür auch häufig eingesetzt. Du weißt, wie man alte Gemäuer perfekt in Szene setzt – manchmal ist es zwar etwas anspruchsvoller, aber Du magst diese Herausforderung, hast sie mehrfach gemeistert und zahlreiche Wohnungen verschönert. Am Ende des Tages gehst du mit einem guten Gefühl nach Hause. 

Auch in diesem Szenario verdienst Du Dein Geld als Maler*in. Doch statt Deinen Job zu lieben, ist er einfach ein Mittel, um Deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Arbeit selbst gibt dir wenig. Vielleicht kennst Du den Gedanken sogar aus Deiner persönlichen Erfahrung: „Es zahlt eben die Miete“.  Auch in diesem Fall wurde Deine Arbeitskraft häufiger in Altbauten eingesetzt. Das ist jedes Mal richtig anstrengend, aber schließlich ist das eben Dein Job. Die ganzen Probleme, die die Arbeit mitbringt nerven dich. Und dann gibt es die Tage, an denen Du Dich fragst, warum Du all das überhaupt machst. 

Tu, was du liebst, lass dich dafür belohnen und werde unglücklich

Okay, das ist vielleicht tatsächlich etwas plakativ, aber es gibt eine Theorie, die einen interessanten Zusammenhang zwischen der intrinsischen und extrinsischen Motivation zeigt. Wenn Du bisher etwas aus reinem Spaß an der Tätigkeit gemacht hast und Du irgendwann dafür belohnt wirst, verdrängt die sekundäre (die extrinsische Motivation) die primäre (also die intrinsische) Motivation. Fällt anschließend der äußere Anreiz weg, sinkt auch die intrinsische Motivation unter das Ausgangsniveau. Man nennt diesem Effekt den Korrumpierungseffekt, der allerdings in der Forschung auch nicht unumstritten ist und kontrovers diskutiert wird.

 

Bitte was? Nochmal verständlich? Kein Problem! Stell Dir vor, Du hast viel Spaß am Fotografieren und Du bist so gut, dass Du für Deine Bilder verstärkt gelobt oder vielleicht sogar bezahlt wirst. Allerdings verdrängen die äußeren Anreize Deine ursprüngliche Motivation, also den Spaß am Fotografieren. Fallen diese Anreize dann weg, war es das auch mit dem Spaß an der Tätigkeit an sich – zumindest besagt der Korrumpierungseffekt, dass Du anschließend weniger Spaß am Knipsen just for fun empfinden wirst.

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